Vom 20.10.2019 bis 9.11.2019 begaben sich fünf Schüler*innen der Kinderpflegeausbildung in ein dreiwöchiges Auslands-Abenteuer-Praktikum nach Vicenza in Italien. Die Stadt liegt in der Region Venetien, zwischen Venedig und Verona. Mit ihrer mittelalterlichen Altstadt, die autofrei ist, beherbergt sie viele Piazzas, Kirchen, Paläste und Museen. Begleitet wurden sie von einer Lehrerin, die die ganze Zeit vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stand. Die Schüler*innen erlebten neben dem Einblick in die Frühpädagogik den Charme dieser Stadt, in der ca. 110000 Einwohner leben.

Die ganze Gruppe genoss die Hin- und Rückfahrt mit dem Zug. Über die gesamte Hinfahrt freuten sich alle sehr auf die bevorstehenden drei Wochen, die als eine glückliche Abwechslung zum schulischen Alltag gesehen wurde, die nicht in jedem Schuljahr angeboten wird. Die Schüler*innen lebten drei Wochen zu zweit bei italienischen Gastfamilien. Diese holten sie am Sonntagabend in Vicenza am Bahnhof ab. Die drei Wochen mussten sich die Schüler*innen selbst versorgen. Die Schüler*innen zeigten im Verlauf des Praktikums ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Anpassungsfähigkeit, Umgang mit Stresssituationen, Offenheit, Kommunikationsfähigkeit, Zurechtfinden in einer neuen Umgebung, mit einer anderen Sprache und Umgang mit anderen Werten. Durch viele gemeinsame Treffen, Gespräche und Ausflüge konnten die Schüler*innen ihre Heimwehgefühle vorübergehend vergessen und diese besondere Zeit in Italien genießen.

Drei Schüler*innen wurden in einer Krippeneinrichtung und zwei Schüler*innen im Kindergarten eingesetzt. Sie bauten Beziehungen zu den italienischen Kindern, zu dem Kollegium und Eltern auf. Schnell bemerkten die Schüler*innen Unterschiede zur pädagogischen Arbeit in Deutschland, zum Beispiel haben die Kinder in Deutschland mehr eigene Entscheidungsmöglichkeiten im ganzen Tagesablauf und insgesamt wird individueller auf die Bedürfnisse der Kinder Rücksicht genommen.

Unter der Woche wurde viel gelernt in den Einrichtungen und an den Wochenenden wurden gemeinsame Ausflüge nach Venedig und Verona bei strahlendblauem Himmel unternommen.

Am letzten Arbeitstag wurde als Abschluss der drei Wochen eine Kindertagesstätte der Firma DISEL besucht, die nach dem Reggio Konzept arbeitet. Zwei Mitarbeiterinnen führten uns auf Englisch durch die Einrichtung und erklärten die Besonderheiten des Konzepts, das nach Loris Malaguzzi in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia entwickelt wurde, das mittlerweile weltbekannt als Reformkonzept anerkannt ist.

Auf der Zugfahrt nach Hause wurden wir mit einer schönen Bergwelt, die in Schnee getaucht war, belohnt. Die ganze Gruppe waren von den drei Wochen sehr erschöpft, aber auch traurig darüber, nun wieder zurückzufahren.

In diesen drei Wochen Auslandspraktikum haben die Schüler*innen einerseits Freiheiten genossen, haben sich aber auch gegenseitig geholfen und unterstützt, sind in ihrer Persönlichkeit gewachsen, sind in der Gruppe enger zusammen gerückt, haben Freundschaften untereinander, aber auch zu ihren Gastfamilien und zum dortigen Kollegium aufgebaut, die nun zu ihrem Leben gehören.